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  • Irmi Fiedler spricht darüber, wieso Pippi Langstrumpf ganz normal ist

Ich habe Irmi vor 24 Jahren beim Zirkus Monti kennen- und lieben gelernt. : ) Irmi lebt im Jura und betreibt mit ihrem Partner Stephan den 2-Personen-Zirkus «MiNiCiRC». Irmi kreiert ihr Leben so wie sie es will und es ist einfach eine Wohltat ihr zuzuhören, wenn sie von ihren Erlebnissen, Erfahrungen und Abenteuern erzählt. 

Irmi sagt lachend, dass sie – als wir uns kennenlernten – noch Popcornverkäuferin war, ein Jahr später aber schon Zirkusdirektorin. Sowieso ist diese Stunde geprägt von Lachern und sprudelnder Freude, darum lege ich dir seeeehr ans Herzen, sie dir anzuhören, weil sie kaum in Worte zu fassen ist. : )

Über den MiNiCiRC sagt Irmi: «Es ist aus einem Projekt entstanden und ist dann das Leben geworden. Wir sind Kleinkünstler. Sich im Kleinen, Feinen zu wälzen und zu panieren und die Leute damit zu berühren, ist ein grosses Geschenk. Es ist die grösste Freude, wenn man auf der Bühne steht und etwas macht und merkt, jetzt ist man im Flow, das Publikum berührt mich und ich berühre das Publikum und dann sind wir alle für einen Moment extrem glücklich».

«Wir sind wie ein Schoggitäfeli, wir kommen, wir sind süss und dann sind wir wieder verschwunden und dann hat man vielleicht noch den Goût im Mund und man erinnert sich…» : )

Irmi ist mit ihrem Zirkus in der Schweiz und ab und zu in Frankreich unterwegs und sie reist auch sonst sehr gerne. Beim Reisen geniesst sie insbesondere das Treffen von neuen Menschen, welches immer von einer besonderen Magie, von einem besonderen Gefühl begleitet wird. Ein Kribbeln, wenn zwei Menschen neugierig aufeinander sind: «Man fängt das Spiel immer wieder neu an, man mischt die Karten neu. Es können auch immer die gleichen Karten sein, aber es sieht wieder frisch und neu aus.

«Es gefällt mir, wenn aus ganz wenig ganz viel entsteht», Irmi

Letztes Jahr, als der MiNiCiRC nicht unterwegs sein konnte, hat Irmi ihr Zuhause zu einem Bed and Breakfast umgewandelt. Ihre Gäste (z.B. meine Familie und ich, so schöön war‘s!) durften Juraluft schnuppern und im Zirkuswagen, umgeben von wunderbarer Natur, Irmi & Stephan und den Zirkushühnern übernachten.

Wie kreierst und sammelst du Glück in deinem Alltag?

«Ich bin sehr glücklich, selbständig zu sein», Irmi

Irmi sagt über ihren Alltag: «Es hat intensive Momente, es hat auch langweilige Moment, es hat alle Facetten, die ein normales Leben auch hat. Ich bin immer wieder sehr froh, dass ich so viel Zeit mit mir selber verbringen darf. Ich bin viel toleranter mir gegenüber geworden und ich hatte eine grosse Annäherung mit mir selber».

Irmi erzählt, dass sie mit 50 begonnen hat, sich zu fragen: «Irmi, was willst du eigentlich?». Irmi wollte mit 15 mit dem Töffli auf den Gotthard fahren, hatte das aber noch nicht umgesetzt, darum schenkte sie sich auf den 50sten Geburtstag 2 Töfflis, damit dieser Traum in die Realität umgesetzt werden konnte. «Es spielt keine Rolle, wann du es machst. Wenn du eine Idee hast, kannst du sie auch einfach mal warten lassen...irgendwann ist der Zeitpunkt da». Irmi fügt lachend an, dass all die Harley Davidson-Typen extrem Freude an ihr hatten und auch wenn sie bei sich zu Hause mit dem Töffli durch die Gegend brettert, sorgt sie immer für viele lachende und freudige Gesichter.

«Es geht darum, Sachen zu machen, die einem Freude machen», Irmi

«Ich habe mir eine grosse Freiheit erarbeitet», Irmi

Hast du bewusste Abzweigungen gewählt?

Irmi verneint schmunzelnd, das entspräche ihr gar nicht, aber: «Das Verrückteste war, als ich meinen Zirkuswagen gekauft habe. Am Nachmittag rief jemand an und wollte einen Wagen verkaufen. Ich sagte: «Nein, ich wohne in einer Wohnung und bin in der Stadt und es ist alles ok, ich brauche keinen Zirkuswagen». Am Abend kam Stephan von einer Tournee zurück, ich kannte ihn noch nicht so gut, und ich rief «Das Essen ist fertig». Er sagte: «Ah, ich muss noch ein Telefon machen» und ich fand: «Äh, was ist jetzt, wir wollen doch essen» und er meinte «ich muss noch einen Wagen verkaufen». Darauf meinte ich: «Ja? Ist er schön?», «Ja, er ist schön», «Wie teuer ist er?». Er sagt den Preis und ich sagte: «Komm ich kaufe ihn, sitz ab, wir essen». Dies war ein wichtiger Moment in Irmis Leben, denn: «Ich wusste genau, jetzt habe ich die Weichen für ein anderes Leben gestellt und ich wusste, dass ich alle Konsequenzen tragen werde und will».

«Ich wusste, jetzt bin ich ins Wasser gesprungen, jetzt fange ich an zu schwimmen», Irmi

«Ich überrasche mich eigentlich immer wieder selber, ohne dass ich es will», Irmi

Wir sprechen darüber, wie es ist, wenn man gerne das Leben von jemand anderem leben würde. Viele Menschen wünschen sich Irmis Leben, aber einen Zirkuswagen möchten sie dann doch nicht kaufen und das ist auch okay so. Wichtig ist, dass man den Träumen nachgeht und wenn sich unterwegs herausstellt, dass es eigentlich doch nicht das Richtige ist, dann kann man bewusst eine Abzweigung nehmen und in eine andere Richtung weitergehen. Irmi sagt dazu so schön: «Ich kann das Leben von jemandem mit leben. Es gibt auf eine positive Art einen Neid, ohne dass ich das dann für mich haben muss. Das finde ich etwas Schönes, einen positiven Neid zu haben. Ich kann mich dann selber entscheiden, was ich für mich will».

«Man darf alles nachmachen auf dieser Welt, es kommt so oder so anders», Irmi  

Mit 40 hatte Irmi eine Krise und dachte, dass sie noch einmal etwas Systemrelevantes lernen soll, der Lebensberater, dem sie von ihren Plänen erzählte, schaute Irmi an und sagte: «Frau Fiedler, Sie sind ein farbiger Tupfer in unserer Gesellschaft, wenn Sie systemrelevant sein wollen, dann werden Sie zuerst einmal grau». Irmi fügt an, «er hat mich extrem auf meinem Weg bestätigt und gesagt, machen Sie etwas mit dem was Sie haben».

«Ich ermutigen alle, etwas zu machen, das sie wirklich wollen», Irmi

«Wenn die anderen einem nicht ernst nehmen, muss man sich daran gewöhnen, sich selber ernst zu nehmen», Irmi

«Wenn du weisst, dass das was du machst für dich ok ist, dann können andere sagen was sie wollen, du bist frei», Ronja

Auch das mit den Komplimenten und der Bewunderung ist so eine Sache. Auch wenn wir beide Komplimente gut annehmen können und nicht grundsätzlich abgeneigt sind, macht es uns doch mehr Freude zu erfahren, was etwas bei der anderen Person ausgelöst hat, statt nur zu hören, wie gut man selber ist: «Auf der Bühne zu sein bedeutet für mich nicht einfach, dass ich gut bin. Ich möchte, dass es eine Berührung gibt, dass ein Hin und Her entsteht! Die ZuschauerInnen berühren mich ja auch»  

«Ich habe mir vorgenommen, das Alt werden als spannend zu empfinden und dass ich mich nicht zu fest von Angst beeinflussen lasse», Irmi

«Eine Beziehung mit sich selber aufbauen, die einen freut, ist das grösste Geschenk, das man sich selber machen kann», Ronja

In einem Zirkuswagen hat Irmi eine Bar eingerichtet, mit dem sie in Basel jeweils an der Adventsgasse und am Festival UHURU steht und für magische Stimmung sorgt. Sobald es wieder möglich ist und Irmi mit ihrem Barwagen und natürlich mit dem MiNiCiRC unterwegs sind, musst du uuuunbedingt einmal dort vorbei gehen, du wirst dich in einer Wunderwelt wiederfinden und völlig verzaubert zurück kehren.

Was sind deine Tricklis um Freude zu kreieren?

  • Wenn ich Lust auf etwas habe, dann mache ich das und geniesse es auch.
  • Wir haben jetzt einen imaginären Hund, der uns zum Spazieren motiviert (und glücklicherweise bei Regenwetter manchmal keine Lust hat um Rauszugehen : )).
  • Ich habe mir angewöhnt, dass ich, wenn ich mich im Spiegel anschaue, etwas Schönes an mir suche und lieb zu mir bin.
  • Auf keine Waage stehen, sondern sich fragen, ob man sich wohl fühlt und falls nicht wieso? Ständig einen guten inneren Dialog mit sich zu führen, macht Freude.
  • Wenn du dich wegen Anderen nicht wohl fühlst, trenne das von dir!
  • Wenn du dich wegen dir nicht wohl fühlst, frage dich was du (und dein Körper) brauchst, mehr Gemüse? Eine Massage? Eine Sauna?

Was sagst du der ganzen Welt?

«Liebt mich, weil ich liebe euch auch! : ) Seid nicht extrem, seid normal, für mich braucht es keinen Extremismus. Bleibt bei euch, liebt euch und habt Freude mit euch. Und spielt! Weckt das Kind in euch, schämt euch nicht, für was auch. Befreit euch von den Zwängen, ich bin normal und werdet normal!»

Denn wer hat schon gesagt, dass Pippi Langstrumpf nicht normal ist? : )

Hach, was für eine wundervolle Stunde! Beim Plaudern mit Irmi geht einem einfach das Herz auf und ich hoffe, dass du es genauso genossen hast wie wir beide. : )

Das Video zu unserer Konversation kannst du hier schauen:

Hier findest du Irmi:


Instagram: https://www.instagram.com/irmifiedler
Facebook Irmi: https://www.facebook.com/irmi.fiedler

Facebook MiNiCiRC: https://www.facebook.com/minicirc
Webseite Irmi: https://madamepoulet.ch/

Webseite MiNiCiRC: https://www.minicirc.ch

Erwähnungen im Podcast: 

Uhuru.ch
Adväntsgass in Basel

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