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  • Yala Mona spricht über die schweren und die leichten Momente des Lebens

Ich freue mich so, dir in diesem Gespräch Yala Mona vorzustellen. Yala hat eine wunderbare Einstellung zum Leben und ihr zuzuhören ist einfach nur eine Wohltat. Wir sprechen über Erfahrungen in der Kindheit, über vermittelte Werte, über Puzzles, die sich zu einem immer wieder verändernden Bild zusammensetzen und über Situationen, in denen eine ganze Welt zusammenbricht und wie es dann gelingt, in kleinen Schritten wieder Lichtblicke und Freude zu finden. Ich wünsche dir eine wundervolle Stunde!

Yala Mona sagt von sich selber, dass sie «Mami, Schwöschter, Partnerin und Tochter» ist, sie arbeitet in der Eltern- und Fachberatung mit Schwerpunkt Kinder mit Behinderungen und bietet in ihrem anderen Job, soyou, Beratungen für alle Lebenslagen an. «Häufig kommen Menschen zu mir, die das Thema Freude verloren haben». Yala ergänzt, «ich mag das Wort Beratung, es muss nicht modisch sein und lässig, es ist einfach das was ich mache».

«Ich habe gerne Hirni-Futter, ich finde es schön etwas zu lernen», Yala

Yala geniesst es, Zeit mit Menschen, die ihr lieb sind, zu verbringen, aber genauso geniesst sie es auch, alleine zu sein. «Eine Stunde lang aus dem Fenster zu schauen ist kein Problem. Ich mag das Wort «Langweile», es ist eine lange Weile, ich finde es schön wenn es langweilig ist».

Wie kreierst du Freude? Bewusst oder ganz automatisch?

«Ich kann mich extrem an kleinen Sachen erfreuen, zum Beispiel Ameisen beim Bauen zuschauen». Es ist Yala sehr wichtig, die Freude an den kleinen Dingen auch ihren Kindern zu vermitteln und es ihnen vorzuleben. Oft sitzen sie zusammen und lesen, das ist auch etwas, das ihr viel Freude bereitet.

Wir sprechen über Situationen, in denen man sich wünscht, gerade an einem anderen Ort zu sein oder wo man es vermisst, sich nicht ins Lieblingscafé setzen zu können, aber Yala hat auch hier eine wunderbar entspannte Haltung, denn: «Ich kann meinen Kaffee auch mitnehmen». Den Morgenkaffee mal auf dem Balkon oder auf dem Bänkli im nahegelegenen Wald oder auch einfach am Strassenrand zu geniessen, bringt ganz viel frischen Wind ins Leben und mit etwas verhältnismässig Kleinem hast du viel Freude kreiert. : )

«Wenn die äusseren Umstände einem einschränken, dann ist man nicht frei», Ronja

Yala sagt ganz klar, dass ihre offene und positive Haltung fest damit zu tun hat, wie sie aufgewachsen ist, denn dasselbe hat sie auch in ihrer Familie erlebt. Das Kredo war, dass man sich miteinander austauschen und auch den eigenen Unmut kundtun kann, dann aber gemeinsam nach einer Lösung schaut. «Meine Mutter war immer authentisch», sagt Yala und dass auch sie, wenn es zu einer Streitsituation mit einer ihren Töchtern kommt, schaut, dass es immer klärend auseinander geht, statt mit einem unguten Gefühl. Auch das sich richtig Verabschieden – egal wie die Stimmung vorhin grad noch war – ist uns beiden enorm wichtig.

Wir kommen auf das Freude kreieren, in Zeiten wie diesen (Corona-Teillockdown Anfangs 2021), zurück. Yala fragt sich dann jeweils: «Wenn etwas grad nicht möglich ist, gibt es etwas Anderes, das ich machen kann und das mir Spass macht?»

«Es ist eine Kunst, in der Schwere leicht zu bleiben», Ronja

«Ich versuche sehr achtsam mit mir umzugehen», Yala

Yala sagt, dass es ihr wichtig ist, ihren Job als Mutter, als Beraterin, als Partnerin gut zu machen und sie sich nicht darin verbrennen möchte. Deshalb gönnt sie sich regelmässig Pausen, um ihre Batterien wieder aufzuladen.

«Ich bin ein Fan von Eigenverantwortung und Verantwortung abgeben, das ist auch Eigenverantwortung», Yala

Wir sprechen über Familien und die Aufteilung bei Kinderbetreuung und Hausarbeiten. Ken ist der perfekte Hausmann (nicht dass ich einen Hausmann gesucht habe, aber praktisch ist es aso schon! : )), aber es geht dabei nicht darum, dass er mir mehr Freiheit gibt, die nehme ich mir nämlich selber. Es geht darum – wie Yala sagt – Verantwortung abgeben zu können und es dann aber auch wirklich durchzuziehen. Yala ergänzt, «es ist Team Work, wir können es zusammen machen, ich muss nicht alles alleine machen».

«Ich bin ersetzbar, das gibt mir ganz viel Freiheit», Yala

Es ist einfach eine Wohltat zu hören, wie selbstverständlich diese Haltung für Yala ist: «Ich habe meine Stärken und bin froh, wenn ich diese vielleicht teilen und jemand davon profitieren kann, aber wenn ich nicht da bin, dann wird es genauso gut gemacht».

Es geht auch darum, die Grösse zu haben, um anzuerkennen, dass man es anders gemacht hätte, aber es genauso gut gemacht ist, einfach anders.

Ich hatte sehr Mühe nach der Geburt von Mika, weil ich das Gefühl hatte, nie mehr frei sein zu können. Yala erzählt, dass ihr Mami ihr nach der Geburt ihrer ersten Grosstochter folgenden Satz mitgegeben hat: «Von jetzt an bist du emotional und gedanklich nie mehr frei». Sie hat damit gemeint, dass von diesem Zeitpunkt an immer der Hintergedanke ist, wie es deinem Kind geht.

Heute geniessen wir beide die Auszeiten, wobei Yala sagt, dass sie ihre Töchter jeweils schon vermisst, «aber ich weiss es tut mir gut, deshalb würde ich nicht nicht gehen».

Yala erzählt, dass sie in ihrer Arbeit viele Eltern kennenlernt, die es sich nicht erlauben eine Auszeit zu nehmen. Da geht es dann darum, herauszufinden, warum das so ist. Es hilft, sich zu fragen: Was hat dir mal Freude gemacht? Damit kann man die Erinnerungen an die Zeit vor den Kindern wecken und sich fragen, was sich verändert hat.

«Das schlechte Gewissen abbauen ist ein schrittweiser Prozess», Yala

Wenn rundherum alles stimmt, wenn jemand gut auf deine Kinder schaut, dann kannst du das schon einmal abhaken. Finde Schritt für Schritt heraus, was es braucht, damit du dich lösen kannst. Geh mal ein eine Stunde am Nachmittag weg und dann ein paar Stunden und irgendwann ein ganzes Wochenende. Kleine aufbauende Schritte. Schaue dabei auch immer, was es dir gebracht hat, was dir gutgetan hat und was dir gefehlt hat.

Oftmals geht es beim Verantwortung abgeben auch darum, dass man das Gefühl hat es am besten zu können. Auch hier gibt es Fragen, um an den Kern der Sache zu gelangen:

Habe ich eine Erfahrung gemacht, bei der mir das Vertrauen abhandengekommen ist? Kann ich dort anknüpfen, um das Vertrauen wieder aufzubauen? Es können Sachen sein, die lange zurückliegen. Yala sagt, dass es darum geht, alte Gefühle aufzuweichen und sie mit etwas Verlässlichem zu ersetzen. Sie fügt an: «Ich glaube es gibt keinen Quick Fix».

«Dir Zeit für dich zu nehmen, ist ein Geschenk an dich», Ronja

Yala hat dazu eine tolle Idee:

Kreiere dir einen Adventskalender durchs ganze Jahr: 

  • Schreib dir Couvertlis mit Nachrichten auf denen Erlaubnisse stehen, z.B. «Heute nehme ich mir 10 Minuten Zeit für mich» oder «Heute dusche ich 5 Minuten länger»
  • Fülle ein Glas mit kleinen Nachrichten, wie «heute erlaube ich mir dieses Gefühl, das ich habe»

Es sind Alltagstricks für dich selber und du kannst die Gefühle oder das Versprechen an dich selber den ganzen Tag mitschwingen lassen. 

Yala arbeitet oft auch mit Hinterbliebenen bei einem Suizid zusammen, wo es ganz fest darum geht, sich im Alltag wieder kleine Sachen erlauben zu dürfen, um zwischendurch Lichtmomente zu haben. «Die behutsamen Freuden finden; ich darf die kleinen Freuden im Leben geniessen, ohne dass ich aufhöre zu trauern. Ich darf eine Minute Freude empfinden. Schrittweise kleine Freuden sehen, anfangen sie sich zu erlauben und zwischendurch sogar zu geniessen».

Ein weiterer Gesprächspunkt, welcher auch schon oft in diesem Podcast besprochen wurde, ist, dass der Druck der Gesellschaft oft daherkommt, dass man sich fragt, was die anderen von mir denken könnten.

«Meine Grossmutter war Schneiderin und hat uns Kleider gemacht, die wir uns gewünscht haben. Wenn wir verrückte Ideen hatten, haben wir nie gehört, dass wir das nicht machen sollen. Meine Schwester ging zum Beispiel mit einer grossen Aluminiummasche auf dem Kopf in die Schule. Von unserer Familie hiess es nie «mach das nicht», sondern «hey cool, das bist du, mach das». «Du musst wissen, es kann Leute geben, die komisch reagieren», war das Einzige, das wir auf den Weg bekommen haben, im Sinn von: Du bist genau gut wie du bist, leb das, aber du musst wissen, dass Leute darauf komisch reagieren können. Sie haben uns ermutigt zu überlegen, wie gehst du mit dem um, statt dich komplett anzupassen. Ich glaube, wenn man es immer wieder hört und es auch ausleben darf, das hilft schon».

So wunderschön dies zu hören. Deine Einstellung und wie du sie deinen Kindern vermittelst, hat einen riesigen Einfluss, welcher kein bisschen zu unterschätzen ist.

«Ich gehe mit Glitzer High Heels und Mäschli in den Haaren an ein Vorstellungsgespräch, denn das bin ich», Yala

Yala ergänzt: «Wie ich aussehe sagt relativ wenig darüber aus, wie es in meinem Kopf ausschaut. Wenn sich jemand schnell von Glitzrigem und solchen Sachen blenden lässt, aber sich nicht die Mühe macht mit mir zu reden, dann ist es das mir nicht wert. Es ist ein Privileg, dass ich das machen kann».

«Das bin ich und ich darf zu dem stehen», Yala

Wenn du so an ein Bewerbungsgespräch gehst, wie du bist, dann musst du dich nachher auch nicht verstellen. Yala stellt klar: «Ich bin trotzdem kompetent, auch wenn ich eine Masche auf dem Kopf habe».

Wenn du das so nicht als Kind erlebt hast, dann fang jetzt an dich zu fragen, was du gerne hättest. Wenn du dich als Mann, oder auch als Frau, schminken möchtest, starte mit einem feinen Eyeliner oder benutze zuerst einen durchsichtigen Nagellack, wenn du gerne farbig lackierte Nägel hättest. Taste dich daran.

«Erlaube dir kleine Schritte und sei nicht hässig, wenn es nicht schnell voran geht. Es braucht Zeit», Ronja

Yala hat ein mega schönes Bild dafür: «Ich habe einen ganzen Sack mit Puzzleteilen, das bin ich, mit all meinen Facetten, aber zuerst fange ich mit einem Stückchen an und orientiere mich immer wieder, so entstand ein Bild».

Wir sind ein Puzzlepackung ohne Bild drauf, wir wissen nicht, wie es am Schluss rauskommt. : )

«Das Schöne am Leben ist, dass das Bild sich stets verändern kann. Ich bin frei, um alles über den Haufen zu werfen», Ronja

Der deutsche Diplompsychologe Jens Corssen, dessen Arbeit ich sehr mag, meint dazu: Du kannst jetzt sagen, «ich wandere nach Griechenland aus», aber vielleicht findest du dadurch heraus, dass du es gar nicht willst und dann ist es plötzlich okay, dass du einmal im Jahr nach Griechenland gehst.

Erst wenn du dich fragst, was du willst und deinen Träumen auf den Grund gehst, findest du heraus, was du wirklichwillst, unabhängig von dem, was andere wollen oder sagen oder was du dir aus irgendwelchen Gründen eingeredet hast.

«Es ist kein Scheitern, wenn es nicht so herauskommt, wie man es sich vorgestellt hat, sondern es ist eine Erfahrung mehr», Yala

Yala fragt sich in solchen Situationen:

  • Was hat für den Moment gefehlt?
  • Was brauche ich jetzt, dass es funktioniert?
  • Was könnte ich ergänzen oder anders machen, dass es sich gut anfühlt?

«Wenn etwas nicht so herausgekommen ist, wie ich es mir vorgestellt habe, frage ich mich: Was ist jetzt? Probiere ich es noch einmal so zu machen, wie ich es mir ursprünglich vorgestellt habe? Oder ist es eine ganz neue Ausgangslage und ich sortiere sie neu und schaue, okay, das habe ich jetzt und wie gehe ich jetzt weiter?»

Yala handhabt es wie ein Energiekonto: Will ich meine Energie in das Schlechte investieren? Auch wenn ich es nicht ändern kann, weil es schon passiert ist? «Meistens will ich nicht. Ich muss mich täglich entscheiden, bis es automatisch passiert. Es klappt immer häufiger».

Wenn ich (Ronja) zum Beispiel den Bus verpasse, rege ich mich vielleicht kurz darüber auf, aber danach rede ich es mir einfach nur schön. : ) Ich sage mir zum Beispiel, dass in diesem Bus etwas war, das ich nicht hätte erleben sollen oder, dass es einfach super ist, dass ich jetzt ein paar Extraminuten Zeit habe zum Durchatmen… Probier‘s mal aus, es wirkt Wunder! : )

«Es ist unendlich anstrengend zu denken, dass die Welt einem ständig "z'Leid wercht"», Ronja

«Wenn jemand etwas ganz Schlimmes erlebt hat, muss man wieder neu lernen, mit den gleichen Werkzeugen herausfinden, wie man in kleinen Schritten die kleinen Freuden wieder sehen und geniessen kann», sagt Yala über tragische Ereignissen, mit denen sie oft durch ihre Arbeit konfrontiert ist.

«Es ist für mich ein Luxus mich voll in eine Traurigkeit hineingeben zu können und ich übernehme für mich und meine Gefühle die volle Verantwortung», Ronja

Yala findet, dass häufig alles ein emotionaler Einheitsbrei ist, weil sich viele in einer sicheren Zone bewegen, aber es ist schön, wenn man diese Zone ab und zu verlassen darf und seinen Emotionen freien Lauf lassen kann. «Ich darf einfach traurig sein. Es ist okay».

Was ist deine Weisheit für die ganze Welt?

«Alle Gefühle sind extrem wertvoll, jedes einzelne Gefühl. Mutig sein dürfen und dieses Gefühl auch zeigen dürfen. Ich glaube, das ist ein Schritt hin zum vor allem Freude zu leben, sie so richtig geniessen zu können und sich nicht schlecht fühlen, wenn es einem gut geht. Sich erlauben: Es darf mir gut gehen, ich darf glücklich sein und die ganze Welt darf es sehen. Es ist auch okay, wenn ich traurig bin und es die ganze Welt sieht. Generell sich die Erlaubnis geben, sich selber zu sein, das wünsche ich den Leuten, auch wenn es ein grosser Wunsch ist».

Was für ein Gespräch voller wunderbar wohltuender positiver Energie, ich hoffe du geniesst es beim Zuschauen oder Zuhören genauso wie ich. : )

Das Video zu unserer Konversation kannst du hier schauen:

Hier findest du Yala:


Instagram: https://www.instagram.com/soyou.ch
Webseite: https://www.soyou.ch

Erwähnungen im Podcast: 


Jens Corrsen
Abraham Hicks

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