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  • Patrick Rohr spricht über den Alltag, der Sorgen vertreiben kann

Ich habe Patrick letzten Sommer aufgrund eines Japan-Anlasses kennen und schätzen gelernt. Patrick ist ein enorm spannender Mensch mit einer riesigen Lebenserfahrung und einer wundervollen Art mit Menschen umzugehen. 

Zeit mit ihm zu verbringen macht sehr viel Freude und umso mehr freue ich mich, dass Patrick in dieser Episode von seiner Einstellung zum Leben, seinen Erkenntnissen und seinen Freude-Kreier-Momenten erzählt... und von gebrochenen Zehen in China, glühenden Nadeln und zu vielen Schnäpsen. ; ) Ganz viel Freude beim Eintauchen in diese Stunde!

Patrick ist Journalist: «Ich wollte im Leben nie etwas anderes werden als Journalist. Ich war immer schon ein neugieriger Mensch und als ich etwa mit 8 Jahren verstanden habe, dass Journalist sein ein Beruf ist, wusste ich: Das will ich!» Seit einigen Jahren ist Patrick als Fotojournalist auf der ganzen Welt unterwegs, wo er für eigene Projekte und für Organisationen wie Helvetas oder Ärzte ohne Grenzen fotografiert und schreibt. Zudem hat Patrick eine eigene Kommunikationsberatungs- und -trainingsagentur. Patrick hat lange beim Schweizer Fernsehen gearbeitet und mehrere Bücher geschrieben.

Patrick und mich verbindet unter anderem die gemeinsam Liebe zu Japan. Hör dir unbedingt die Episode an, um Patricks wunderschöne Geschichte zu erfahren: «Ich wollte im Leben nie nach Japan, doch dann habe ich mich in dieses Land verliebt und wollte gar nicht mehr nach Hause».

Patrick erzählt von den Momenten, wo er auf sich selber zurückgeworfen worden ist und gemerkt hat, dass er einfach fremd ist. Ein Gefühl, dass er sogar aus der Schweiz kennt, denn Patrick ist in Glarus und im Wallis aufgewachsen, zwei stolze Kantone, wo die Leute ihn «für sich beanspruchen woll(t)en» und wo er je nach Dialekt die einen oder anderen «verruckt» macht und so nicht dazugehört.

Patrick erzählt, was ihn zu dem Leben geführt hat, das er heute lebt und geniesst. Als er damals seine Stelle beim Fernsehen gegen eine eigene Kommunikationsfirma eintauschte, wusste er noch nicht, ob seine Pläne aufgehen werden, doch die Aufträge kamen, und bald hatte Patrick fünf Angestellte. «Ich bin weg vom Schweizer Fernsehen, weil ich Lust hatte zu schauen, was die Welt sonst noch so zu bieten hat. Ich hatte Lust mal ein Buch zu schreiben – in der Zwischenzeit sind es 5 geworden – ich hatte Lust zu reisen, über die Schweiz hinaus zu schauen. Auf seinen Reisen ist Patrick meist abseits der vielbereisten Orte und Strecken unterwegs, und er schätzt die Begegnungen mit Menschen aus aller Welt.

«Die Firma wuchs und wuchs über die Jahre und plötzlich war ich wieder in einer Abhängigkeit, wie ich es als Angestellter war.» Bei einem Spitalaufenthalt musste Patrick nach einem Operationsfehler um sein Leben bangen. Während der Rekonvaleszenz hatte er viel Zeit, sich Gedanken zu seiner Situation zu machen. Patrick erzählt, dass er zwar Erfolg und Angestellte hatte, damit aber auch sehr viel Verantwortung und wieder einen grossen Druck. «Ich wollte mich vor allem zurückbesinnen auf das, was eigentlich mal meine Freude war: Neues entdecken, Dinge zu tun, die ich mit grosser Lust mache. Dazu kam ich plötzlich nicht mehr. Diesen Weckruf habe ich wohl gebraucht. Ich habe danach angefangen, meine Firma schrittweise wieder zu verkleinern, und ich gleichzeitig meine vierjährige Fotografieausbildung in Amsterdam begonnen. Seither ist mein Leben wieder im Gleichgewicht. Heute besteht mein Berufsalltag aus 50% Beratung und Training, und 50% bin ich als Fotojournalist unterwegs auf Reisen. Das ist meine Selbstverwirklichung». Patrick fügt an, dass es ein enormes Geschenk ist, das machen zu können, auf was er gerade Lust hat, dies aber auch zu einer Belastung werden kann, wenn alle Aufträge plötzlich wegfallen, wie letztes Jahr im ersten Lockdown. «Die Freude an der Freiheit, das zu tun, worauf ich Lust habe, überwiegt aber. Im Moment läuft es auch wieder sehr gut, und ich bin glücklich».

Wir kommen darauf zu sprechen, dass sich ein Grossteil von Patricks Geschäft ins Virtuelle verschoben hat. Patrick schätzt es, plötzlich an einem Tag an ganz verschiedenen Orten arbeiten zu können, er sagt aber auch:

«Ich bin ein Menschenmensch, ich muss die Menschen spüren können», Patrick

Wir sinnieren gemeinsam über die Zeit in der Pfadi, bei der wir beide lange tätig waren und was für Lebenserfahrungen wir dort gemacht haben.

«In der Pfadi habe ich gelernt, Mensch zu sein», Patrick

«Dort habe ich gelernt, Sachen so anzunehmen, wie sie sind», erzählt Patrick schmunzelnd. Im ersten Lager, das er organisiert hat, waren ganz viele schöne Sachen geplant, doch dann hat es so stark geregnet, dass die Zelte abgebrochen und das Lager in eine Turnhalle gezügelt werden musste. «Es ist ein unvergessliches Lager geworden, gerade weil es anders gekommen ist».

«Die grosse Herausforderung in einer schwierigen Situation ist, das Beste daraus zu machen», Ronja

Für mich ist alles wie ein Pfadilager: Was mache ich wann, wie, mit wem und mit was für Material… Ganz einfach : )

«Ich habe in Japan gelernt, nicht zu jammern», Ronja

Patrick hat auf seinen Reisen auch Zeit mit Menschen in Flüchtlingslagern verbracht: «Ich staune manchmal, was der Mensch fähig ist zu ertragen und auszuhalten, und ich finde – vielleicht hat es mit dem Wohlstand oder mit der Angst vor dem Besitzverlust zu tun – dass unsere Toleranzschwelle manchmal sehr gering ist».

Viele Diskussionen, die momentan geführt werden, haben damit zu tun, dass die Menschen ihr altes Leben von vor Corona zurückhaben wollen und alles wieder genau gleich wie vorher werden soll.

«Wenn ich etwas sowieso nicht ändern kann, was hilft es zu jammern? Mach doch einfach etwas, das dir die Freude zurückbringt, und plötzlich kommt man auf gute Ideen», Patrick

Wie kreierst du in deinem Alltag bewusst die Freude?

«Auf ganz, ganz viele Arten», lautet die spontane Antwort.

Den Morgen begrüsst Patrick mit einer Yogasession mit Kassandra, die er auf Youtube entdeckt hat, danach geht es weiter mit einer Runde Fitness. Was die Freude mit dem Lieblingstassli zu tun hat, hörst du im Video/Audio!

Patrick lebt in Amsterdam, wo momentan eine Ausgangsperre nach 21 Uhr herrscht, weshalb Patrick die Abende oft alleine verbringt. «Ich lese jeden Abend in «Kunst im Kontext», ein Buch über alle Kunstströmungen von heute bis 2000 Jahre zurück».

Wie kreierst du Freude während deiner Arbeit?

«Ich gehe als die Person, die ich bin, in die Trainings oder an meine Fotoaufträge, und ich gebe den Menschen gar nicht die Möglichkeit in einer Rolle zu sein. Wir lachen sehr viel und verlassen alle unsere Rollen, es ist wirklich eine Freude», antwortet Patrick.

«Es ist wichtig, dass man sich auf Augenhöhe begegnet, egal welche Rolle man in der Gesellschaft einnimmt», Patrick

Wie bereitest du dich auf ein Kommunikationstraining vor?

«Ich bereite mich vor, indem ich mich auf die Leute freue. Ich reagiere ganz stark auf Stimmungen und bin sehr intuitiv. Ich versuche mich mit Musik in eine Stimmung hineinzuversetzen.» Patrick ergänzt lachend, dass er zu diesem Zweck manchmal Radio Energy Zürich hört, da dort immer wieder die gleichen Lieder gespielt werden und die Chancen gross sind, dass ein Lied, das Patrick gefällt, bereits kurze Zeit nach Einschalten des Radios gespielt wird. : )

Ich erzähle Patrick von meiner Vorbereitung vor einem Auftritt: Ich stelle mir jeweils vor, dass unter meinen Füssen Wurzeln wachsen, die ganz tief in der Erde in eine goldige Flüssigkeit eintauchen und von dort Energie hinaufholen. Diese Energie füllt den ganzen Körper bis in jede Zelle goldig auf und dann sprudelt es oben beim Kopf, wie bei einem Springbrunnen, raus, und es umgibt mich eine goldige Hülle. So entsteht eine Goldkugel, die du je nach Wunsch vergrössern und verkleinern und überall hin mitnehmen kannst, so wirst du immer mit Energie versorgt. Diese Goldkugelmeditation mache ich jeden Morgen mit meinen Joy Academy TeilnehmerInnen in einem Facebook live. Die Bühne des Lebens wartet nämmli jeden Tag auf deinen Auftritt und die Goldkugel ist eine wunderschöne Meditation, die du HIER ausprobieren kannst, wenn du Lust hast.

Does it spark joy?

Wir kommen aufs Aufräumen und Reduzieren zu sprechen, und Patrick erzählt, dass er und sein Mann letztes Jahr den Hauptwohnsitz in Zürich aufgegeben haben und ganz in ihren Zweitwohnsitz in Amsterdam gezogen sind, wo Patrick nun wohnt. Sein Mann ist vorübergehend in Japan wohnhaft, weil er in Tokio eine Arbeitsstelle bei einer internationalen Organisation hat. Gemeinsam haben sie nach der KonMari-Methode aufgeräumt und dabei ihren Besitz massiv verkleinert. Bei dieser Methode stellst du dir bei jedem Gegenstand die Frage: Does ist spark joy? (Macht es noch Freude?), bis du nur noch von Gegenständen umgegeben bist, die dir Freude bereiten. «Das Gefühl der Befreiung, wenn du den ganzen Ballast los bist und plötzlich nur noch das hast, das du gerne hast und vor allem viel weniger, das ist so ein cooles Gefühl, ich fühle mich viel leichter, vögelileicht»

«Das Leben brutal zu reduzieren, hat etwas Befreiendes», Patrick

«Ich fühle mich leichter, ich bewege mich leichter», Patrick

Im Feng Shui sagt man, dass du mit jedem Gegenstand, der dir gehört, verbunden bist, ob du es willst oder nicht, und jede Verbindung braucht Energie. Dies kann erklären, wieso man sich oft viel leichter fühlt, wenn der materielle Besitz abnimmt.

Vom Aufräumen kommen wir zum Thema Ernährung zu sprechen.

«Ich war vor 12 Jahren in einer Ernährungsberatung, und das hat mein Leben nachhaltig verändert», erzählt Patrick. Dies war zu einer Zeit, als Patrick sehr viel arbeitete und oft schnell noch ein Weissbrot-Sandwich am Bahnhof kaufte, ohne sich viel Gedanken über seine Ernährung zu machen. Die Ernährungsberaterin half ihm dabei, seine Einstellung diesbezüglich umzustellen.

«Ich finde es schon schön, wenn man eine neue Leichtigkeit durchs gute Essen bekommt und merkt, dass man viel Energie hat», Patrick

Was ist deine Botschaft an die ganze Welt?

Patrick sagt, dass er für sich in den letzten Jahren ein paar Sachen begriffen hat:

  • Es gäbe einen Haufen Gründe, die Welt nur von der düsteren Seite zu sehen, aber ich finde, wir sollten versuchen im täglichen Leben, in der Familie, in der Beziehung, im Job… die Schwere etwas herauszunehmen und Fröhlichkeit hineinzubringen, indem wir uns am Morgen Folgendes vornehmen: «Heute will ich einen guten Tag erleben, und heute will ich den Menschen, die ich treffe, eine Freude machen. So probiere ich das Leben zu leben und dies auch auszustrahlen. I try to spark joy.»
  • «Ich merke, dass, wenn ich zwar eine Sache ernsthaft anpacke, mich selber dabei aber nicht so ernst nehme, es mir viel leichter fällt. Mir tut es gut, ab und zu einen Schritt zurück zu machen, die Sachen von aussen zu betrachten und zu denken, es ist zwar cool und lässig und gut und wichtig, was ich mache, aber ich bin nicht so wichtig da drin. Das gibt mir eine gewisse Distanz, und das hilft, manchmal auch wieder eine ganz neue Energie hineinzubringen. Dann bekommt es plötzlich eine ganz andere Grösse. Es ist immer interessant: Je weniger verkrampft ich an etwas herangehe, je lockerer ich bin, desto besser gelingt es in den meisten Fällen.»
  • «Wir können das Gegenüber nicht ändern, wir können nur bei uns selber ansetzen. Wenn wir uns aber für das Gegenüber interessieren, wenn wir ein aufmerksamer Zuhörer oder eine aufmerksame Zuhörerin sind, wenn wir bei einem Gespräch ein Lächeln auf dem Gesicht haben, dann hat das eine Wirkung auf das Gegenüber, und dann kommt auch etwas zurück. Das ist meine tiefe Überzeugung bei der Kommunikation, und ich versuche, das selber immer wieder zu beweisen»

«Wir müssen nicht perfekt sein, die gute Absicht ist schon wunderschön», Ronja

Und wieder einmal wird eine wunderbare Stunde von einem wunderbaren Menschen wunderbar abgerundet! Ich hoffe, dir hat mein Gespräch mit Patrick genauso viel Freude bereitet wie mir. : )

Das Video zu unserer Konversation kannst du hier schauen:

Hier findest du Patrick:

instagram: https://www.instagram.com/patrickrohrphotojournalist  

Facebook: https://www.facebook.com/patrickrohrphotojournalist

Twitter: https://twitter.com/_patrickrohr

Webseiten: https://patrickrohr.ch/, https://patrickrohr.com/ und https://bürofürauftritte.ch/

Über diese Ressourcen / Menschen haben wir gesprochen:

Yoga with Kassandra: https://www.youtube.com/user/yogawithkassandra

Yoga with Adriene: https://www.youtube.com/user/yogawithadriene

Kunst in context (das Buch ist auf Holländisch)

Shanty-Song "The Wellerman" von Nathan Evans

Goldkugel-Meditation

Marie Kondo 

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