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  • Sylvan Müller spricht über das Glück vom Glück gefunden zu werden

Es ist mir eine Freude in diesem Gespräch Sylvans Sicht auf das Glück im Alltag und im Leben zu teilen. Er ist ein unglaublich spannender Mensch und es ist ein Genuss zuzuhören, wie Sylvan seine persönliche Art in jedes einzelne seiner nicht minder spannenden Projekt einbringt.

Sylvan ist Luzerner, «war lange unterwegs und ist jetzt wieder zurück», er ist Fotograf, Autor, hat seit sechs Jahren Reben in Spanien, und führt das Restaurant Jazzkantine in der Stadt Luzern.

Wir sind uns einig, dass das Glück bei sich selber beginnt und so ist Sylvan sehr gerne alleine unterwegs, immer mit Hund an der Seite und er kocht auch gerne für sich selber. Sowieso ist die Kulinarik ein wichtiger Teil von Sylvans Leben, der sich auch in seinen Büchern wiederspiegelt.

«Das Thema Essen ist ein wunderbares Mittel Geschichten zu erzählen, mit Menschen in Kontakt zu treten», Sylvan

«Die gemeinsame Leidenschaft für ein Gericht kann einem verbinden», Sylvan

Sylvan ist seit zwei Jahren Gastgeber im Restaurant Jazzkantine, wobei es für ihn keinen Unterschied macht ob es in der Beiz, bei sich zu Hause oder durch ein Buch ist; «Ich versuche eine gewisse Leidenschaft für etwas zu teilen, den Gästen eine gewisse Geschichte zu erzählen». 

«In dem Moment, in dem es ein Konzept ist, scheitert man, denn es geht um die Entdeckung. Ich erzähle über etwas, das mir viel wert ist und ich erzähle es nicht, weil ich weiss, dass das Konzept funktioniert», erklärt Sylvan. Am ersten Tag im Restaurant machte er folgende Ansage an sein Team: «Uns ist der Gast wurst, wir schauen zuerst zu uns. Von jetzt an gilt hier drin Glück, von jetzt an sind wir gut zueinander und dann kann uns der Gast total egal sein, denn solange wir gut zueinander sind, kommt das automatisch zum Gast. Gebt euch nicht automatisch Mühe wegen dem Gast, gebt euch Mühe untereinander».

«Wenn man dem Gast gegenüber glaubwürdig sein will, muss man zuerst schauen, dass es einem selber wohl ist», Sylvan

«Gastronomie ist wie das Leben», Sylvan

«Wenn es authentisch ist, ist es immer wunderbar», Ronja

Seit Sylvan auch auf anderen Gebieten als der Fotografie unterwegs ist, hat er unterschiedliche Projekte angepackt, wie z.B. ein Bühnenbild an der Oper in Freiburg im Breisgau gestalten, obwohl (oder gerade weil : )) er kein gelernter Bühnenbildner ist: «Ich glaube, dass wenn man sich die richtige Struktur schafft und mit den Leuten gut zusammenarbeitet, die jene Sachen, die man nicht kann, besser können, dann kann man plötzlich eine Aussensicht hineinbringen, die nur gut tut».

«Ich habe keine Angst vor Projekten, die ich eigentlich nicht kann», Sylvan

Ich frage Sylvan, wie er die zwischenmenschlichen Ebenen, diese Feinnuancen, die so viel ausmachen, so gut spüren und umsetzen kann.

Sylvan anwortet, dass er in den 20 Jahren Werbefotografie mit seinen Geschäftspartnern diesbezüglich sehr viel mitgenommen hat: «Konflikte zu lösen ist eine Hauptaufgabe innerhalb solcher Strukturen und das hat mich immer interessiert. Eigentlich ist es mir wurst, ob wir ein Fotostudio haben oder eine Schreinerei, ich glaube wenn die Struktur funktioniert, dann habe ich auch gerne eine Schreinerei. Entweder ich arbeite alleine und muss mir über das keine Gedanken machen, aber sobald ich in einem Team arbeite, interessiert es mich wieso diese Struktur jetzt funktioniert oder wieso funktioniert sie jetzt grad nicht, weil ich weiss, was es bedeutet wenn es mal nicht aufgeht. Für das verbringe ich zu viel Zeit in solchen Strukturen, als dass ich nicht schauen würde, dass es gut ist. Ich bin mir bewusst, was ich gerne hätte, was funktionieren könnte und ich versuche das vorzuleben und im richtigen Moment einzuschreiten, wenn ich merke, dass sich etwas falsch entwickelt, dass sich eine Dynamik entwickelt, die in eine falsche Richtung läuft».

«Ich muss zuerst herausfinden, wo es jemandem weh tut, bevor ich etwas verändern kann», Sylvan

Dies bringt mich zur nächsten Frage, wie Sylvan mit sich selber umgeht?

«Dadurch, dass meine Eltern mir schon als ganz klein das Gefühl gegeben haben, dass sie mir vertrauen und dass sie mich machen lassen und dass wenn es irgendwie schief geht und ich das Gefühl habe, dass ich es nicht mehr selber hinkriege – aber nicht vorher - dass sie mich dann unterstützen, habe ich ein gewisses Grundvertrauen entwickelt, dass es schon irgendwie gut kommt».

Wenn Sylvan mal wegen etwas in der Nacht wach liegt, hat er sich angewöhnt zu versuchen bei 0 anzufangen, also nicht über das Problem konkret nachzudenken, sondern 2, 3 Schritte weitervorne zu beginnen. Dies geht in der Nacht im Bett oder auch beim Laufen. «Ich komme nicht immer auf gleich gute Lösungen, weil ich nicht daran glaube, dass es ein Konzept gibt oder einen Trick gibt. Ich bin davon überzeugt, dass jedes Problem, welches auftaucht, eine komplett neue Herausforderung ist. Ich glaube, dass man jedes Mal bei 0 anfangen muss».

Wir sprechen darüber, ob Sylvan aktiv das Glück sucht oder sich vom Glück finden lässt. Die Antwort kommt prompt: «Das Glück fängt mich ein».

«Ich glaube es ist schöner, wenn man sich darauf einlässt, dass das Glück einem findet», Sylvan

«Ich beschäftige mich mit Projekten, wo die Chance gross ist, dass mir das Glück über den Weg läuft», Sylvan

Sylvans Grundfrage/Empfehlung, die gleichzeitig auch einen wunderbaren Abschluss dieser schriftlichen Zusammenfassung unseres Gesprächs bildet, lautet: Auf was hast du Lust und was würdest du gerne machen, alles andere kommt von alleine.

P.S. In den letzten zehn Minuten erzählt Sylvan auf meine Bitte hin die Geschichte, wie sein Hund über Zitronen, Teebeutel und Trüffel zum Glückshund wurde, die muss er dir aber selber erzählen, so schön kann ich das schriftlich nicht wiedergeben. : )

Das Video zu unserer Konversation kannst du hier schauen:

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