Sewrida Messerli über wie wichtig es ist, sich selber zu kennen

Mit Sewrida bin ich über die Sozialen Medien schon länger verbandelt und nun freue ich mich riesig, mich in dieser Episode mit ihr darüber zu unterhalten, wie sie Freude in ihr Leben bringt. Sewrida ist Wegbegleiterin und Business Coach und unterstützt Menschen dabei, herauszufinden, wie sie ihre Ziele erreichen können.

«Solange es mir gut geht, geht es auch den Menschen um mich herum gut»,  Sewrida

Das wichtigste für Sewrida ist, ihr Energiefass stets gut zu füllen. Dabei findet sie die Freude in ganz vielen kleinen Sachen. Regelmässig schreibt sie bewusst auf, für was sie dankbar ist und merkt dadurch, in welcher Fülle sie sich bewegt.

«Mit der Dankbarkeit kommt die Freude», Sewrida

Da sind wir uns voll einig. In der Joy-Challenge ist eine Aufgabe 100 Dinge aufzuschreiben, die einem Freude machen. Es macht nur schon so viel Freude, die Liste aufzuschreiben. : ) Ich frage Sewrida nach einigen Sachen, die auf ihre Liste kommen.

«Kaffee am Morgen, durch Meditation den Fokus besser ausrichten, Kleidung auswählen, die mir Freude macht, Journaling, mit Kund*innen arbeiten, weil ich weiss dass ich viel lernen und mitnehmen kann, am Abend einen Tee machen, ein Bad nehmen…»

Zum Zeitpunkt unseres Gesprächs machte Sewrida die 21-Tage-Meditation-Challenge von Deepak Chopra. So wie mir auch, gefallen Sewrida geführte Meditationen, welche mit Bildern arbeiten. Die Meditationen in der Challenge dauern 15 Minuten und seien wie einen Anker durch den ganzen Tag.

«Das was wir wollen ist schon zugänglich, wir müssen einfach Platz machen, dass es hinein fliessen kann», Sewrida

Wenn man sich zwingt früh aufstehen um zu meditieren, ist die Wirkung schon verfehlt. Sich auch während dem Tag 5 oder 10 Minuten Zeit zu nehmen, um zur Ruhe zu kommen oder sich bewusst werden, was gerade um einen herum passiert, oder nur schon ein paar tiefe Atemzüge nehmen, hilft um sich wieder zu erden.  

«Die Zeit, die man für sich selber nimmt, ist wie ein Geschenk an sich selber», Ronja

Ich frage Sewrida, wie sie es schafft, am Abend mehr Energie als am Morgen zu haben.

Um diese Frage zu beantworten, muss Sewrida etwas ausholen und näher auf ihre Arbeit eingehen. «Ich versuche das Potential meiner Kund*innen herauszuholen und ich zeige Wege auf, wie dieses Potential im Job genutzt werden kann.

«Wir haben limitless Potential», Sewrida

«Die Möglichkeiten sind unzählig, aber wir haben ein Programm in uns drin, welches durch unser Umfeld geprägt ist. Ich helfe die alten Programme, die nichts mehr nutzen, zu dekodieren und Hirn und Körper so zu trainieren, dass neue Möglichkeiten sichtbar werden. Ich bin Empathin und spüre dadurch, was bei meinen Klient*innen alles passiert, was mir wiederum enorm viel Energie gibt und hilft mehr von meinem eigenen Potential zu entdecken.»

«Ich bin so dankbar, meine Gabe teilen zu können», Sewrida

Sewrida sagt, dass jede*r diese Gabe hat, man sich aber im Alltag oft nicht die Zeit nimmt, zu überlegen, wen man eigentlich in der Essenz drin ist. Nicht als Mami, als Partner, als Angestellte, sondern in der Essenz.

Ich frage nach, was mit «Essenz» gemeint ist?

«Essenz ist für mich die Person, die du warst, bevor du in den Rahmen dieser Erde gekommen bist. Wer bist du in deinem Kern, bevor alle Glaubenssätze «obendraufgelegt» und alle Aussagen bezüglich was man darf, was man nicht darf, was man soll, was man nicht soll gehört wurden. Wenn all das wegkommt, was bleibt dann?»

Den Zugang zu sich selbst finden in einer Zeit in der so viele Informationen auf einen einwirken, ist  schwierig. Es braucht Zeit, es ist ein Prozess, es ist ein Umprogrammieren.

Sewrida sagt, dass jene Menschen, die zu ihr kommen, bereit und offen für eine Veränderung sind. Man muss von innen heraus merken, dass es Zeit für eine Veränderung ist und sich bewusst sein, dass es nicht nur einfach wird.

Ich finde es mega wichtig, dass man auf das eigene Gefühl hört, wenn es eine Veränderung braucht und nicht wartet bis sich dies zu einer Krise oder einer Krankheit ausbaut. Es geht darum, dass man es gar nicht so weit kommen lässt. Manchmal ist es nur eine kleine Stimme und es ist wichtig, auf diese Stimme zu hören. Wie geht es dir damit?

Zuerst stört es dich innerlich und dann geht es auf den Körper über. Wenn du dir selber immer wieder Versprechen machst und diese nicht einhältst, dann sagt dein Körper irgendwann einfach STOP!

Sewrida ergänzt, dass Selbstliebe für sie enorm wichtig ist. Sich selbst an erste Stelle zu stellen, Grenzen zu setzen, nein zu sagen. Grad im Job ist es für viele schwierig, nein zu sagen oder auch bei den eigenen Eltern, obwohl man nicht alles akzeptieren muss.

Sewrida findet auch klar, dass jene Menschen in deinem Umfeld, welche eine solche Haltung egoistisch oder egozentrisch finden, nicht in dein Umfeld gehören.

«Liebe dich selbst genug, um nein zu sagen. Liebe dich selbst genug, um auf dich selber zu schauen», Sewrida

Ich finde, dass dies bereits bei den Kindern beginnt. «Grenzen früh schon selber ausloten und setzen zu dürfen ist mega wertvoll. Sonst muss man es als erwachsene Person wieder lernen».

Sewrida bringt ein super Argument für all jene, die es einfach nicht wahrhaben können oder wollen: «Wenn du nicht für dich selbst auf dich schaust, dann mach es für die Menschen die du liebst».

Ich frage Sewrida, wie sie ihre Routinen pflegt und durchzieht.

«Ich bin überhaupt nicht diszipliniert, ich probiere hineinzuhören, was jetzt gerade ansteht. Ich höre immer darauf was von innen kommt. Dann kann es auch mal sein, dass ich nicht meditiere, sondern in den Wald laufen gehe.»

«Wenn ich darauf höre, was mir gut tut, setze ich mich so oder so an erste Stelle», Sewrida

Sewrida sagt, dass sie es bei Routinen sehr wichtig findest, dass es kein Müssen ist. Selbst wenn man weiss, dass die Meditation oder die halbe Stunde Yoga einem gut tun würden, kann die innere Stimme dir sagen, dass dir etwas anderes jetzt aber sogar noch viel besser tun würde. Und dann machst du halt einen Spaziergang. Oder trinkst stattdessen eine Tasse Tee. Und wenn du etwas anders machst als sonst, dann verurteile dich nicht dafür. Gehe einfach mit dem Flow.

«Ich kann es machen wie ich will, es steht mir absolut frei», Sewrida

Sewridas Haltung ist erfrischend und klar. Sie ergänzt, dass, wenn es um ihr Business geht, sie ihre Emotionen ruhig auch einfach mal abstellt und nicht mit sich selber diskutiert, auch wenn sie vielleicht gerade keine Lust hat den Blogartikel zu schreiben. Die Motivation, etwas trotzdem zu erledigen, entspringt dann von ihrem Endziel, das sie klar vor Augen hat.

«Wenn du ein Ziel hast, dann tu auch etwas dafür», Sewrida

«Meine erste Priorität ist mein Energiefass zu füllen und meine zweite Priorität ist es die Aufgaben zu erledigen, die ich an diesem Tag machen will, damit ich näher an mein Ziel komme. It‘s very simple. : )» erklärt Sewrida lachend. Aber auch, dass jede*r andere Motive und Wege hat gewisse Sachen zu erreichen.

«Du bist immer noch du. Du musst herausfinden, wer du bist, wie es für dich stimmt und was dir Energie gibt», Sewrida

Wenn du dir eine Morgen- oder Abendroutine überlegst, dann finde zuerst heraus, ob du lieber am Morgen oder am Abend arbeitest.

«Es ist wichtig, dass du dir Zeit nimmst dich selbst kennenzulernen und herauszufinden, was dir Freude bringt», Sewrida

Ich frage Sewrida nach ihrem Tipp für jene, die zwar im Job unzufrieden sind, aber nicht selbständig sein wollen. Wieder kommen wir darauf zurück, dass es so wichtig ist, dass du dich selbst kennst. Erkenne in was du gut bist, was deine Talente sind und wie du das ins Geschäft/in deinen Job einbringen kannst. Vielleicht kannst du so an deinem bestehenden Arbeitsort neue spannende Aufgaben übernehmen und wenn du einen Jobwechsel ansteuerst, dann kannst du dich ganz anders verkaufen. Wenn es bei einem Vorstellungsgespräch nicht um den Lohn geht und ob du deine Rechnungen zahlen kannst, sondern dass du dich und deine Talente einbringen kannst, macht dir deine Arbeit nachher Spass und das wiederum hat eine positive Auswirkung nicht nur auf dich, sondern auf das ganze Geschäft und auf deinen Lohn.

«Wenn du dein Skillset anwendest, ist die Arbeit nicht anstrengend, sondern du bist im Flow», Sewrida

Wenn du deine Arbeit und deine Talente kombinieren kannst, dann kannst du auch in einem Job, wo du angestellt bist, vollkommen happy sein. Für das musst du dich zuerst kennenlernen und herausfinden, wer du bist und was du kannst.

«Du darfst sagen, in was du gut bist. Nur so kommst du an die richtigen Leute und an den richtigen Job»
, Sewrida

In unsere Gesellschaft ist Bescheidenheit eine Tugend, aber Sewrida sagt klar, dass du «be humble» - also bescheiden sein - sofort aus deinem Wortschatz streichen kannst.

Burnouts und Krankheiten kommen, wenn du dich ständig verbeugst. Lerne dich kennen, finde heraus was du willst und dann findest du ob selbständig oder angestellt den perfekten Job für dich. Einen Job mit dem Gedanken zu ertragen, dass ja irgendwann die Pensionierung auf einem wartet macht dich kaputt. So dramatisch es klingt, dein Leben kann jederzeit vorbei sein, das habe ich in meinem Freundeskreis selber auf schmerzhafte Art und Weise zu viele Male erfahren, darum lass das Leben nicht an dir vorbei ziehen und warte nicht auf bessere Zeiten, sondern lebe dein bestes Leben jetzt!

«Höre darauf, ob deine innere Stimme nach Veränderung ruft», Ronja

Darauf loslaufen, bevor man genau weiss wieso und für was, das ist nicht sehr gängig bei uns. Aber genau so ist mein Podcast entstanden. Den ganzen Tag mit spannenden Menschen Gespräche zu führen, fand ich schon immer eine tolle Idee und so habe ich eines Tages einfach angefangen, mit Menschen aus meiner Facebookgruppe Interviews zu führen. Als dann eine Lady sagte, dass sie auch gerne bei meinem Podcast dabei wäre, dachte ich im ersten Moment ääähh, ich habe im Fall keinen Podcast… und im zweiten Moment, Podcast?? Das wär doch was! : )

Wenn du eine Vision hast, aber nicht weisst, wo anfangen, dann behalte es einfach im Kopf und sprich auch darüber. So ergeben sich spannende Bekanntschaften und Gespräche und das eine führt zum anderen. Konserviere das schöne Gefühl und der Rest kommt von alleine.

Wenn es dir gut geht, dann kommt es nicht so drauf an was genau wie passiert, sondern du schaust dir gut und nicht die Umstände müssen perfekt sein, dass du dich gut fühlst. Übernimm die Verantwortung für dich selbst.

«Es gibt keinen perfekten Zeitpunkt, es gibt nur JETZT», Sewrida

Für mich ist klar, dass ich alles was ich machen will jetzt mache. Wenn ich z.B. irgendwohin gehen will, dann gehe ich von Herzen gern dahin. Und wenn ich hingehen will, dann gehe ich nicht. Mein Umfeld weiss, dass wenn ich nein sage auch wirklich nein meine und wenn ich ja sage, auch wirklich ja meine. Sich selbst etwas vorzumachen oder anderen Menschen zuliebe ja zu sagen, wenn man eigentlich nein meint, führt zu einem unbefriedigenden Ergebnis für alle Parteien.

«Ich diskutiere nicht mit meiner inneren Stimme»
, Sewrida

Sewrida sagt, dass es dabei wichtig ist, nicht gerade von A nach Z springen zu wollen. Es sind die kleinen Schritte, die zu einem grossen Schritt führen. Es ist wichtig, Geduld mit sicher selbst zu haben und immer wieder zu schauen, wo man sich befindet. Wenn du merkst, dass alte Muster wiederauftauchen, sei nicht frustriert, sondern interessiert und frage dich woher das wohl kommt. So blockierst du dich nicht, lernst dich selbst jedes Mal besser kennen und machst die kleinen Schritte die mit Erfolg zu Veränderung führen.

«Du darfst das Perfekte wünschen und haben», Sewrida

Sewrida stellt sich den Körper & Geist als Uhrwerk vor, mit unzähligen Zahnrädern, die miteinander funktionieren müssen. Jede neue Aufgabe ist ein neues Zahnrad, das eingearbeitet werden muss, dabei musst du wie bei einem Uhrwerk millimetergenau arbeiten. Wenn du einen Kompromiss eingehst, sitzt das Zahnrad nicht richtig und was im Moment vielleicht nur einen Millimeter ausmacht, kann in 10 Jahren schon einen Meter sein.

Sewrida ergänz, dass sie auch in der Beziehung keine Kompromisse eingeht. «Ich muss schauen, dass es mir gut geht und dann geht es auch in der Beziehung gut». Sie verlangt auch von ihrem Mann, dass er zuerst auf sich selbst hört und erst nachher mit ihr darüber spricht.  

Diese Erfahrung habe ich mit meinem Mann, Ken, gemacht. Er macht nur das worauf er Lust hat und hat sich von Anfang an geweigert, irgendwohin mitzukommen, nur weil das so erwartet wird. Zuerst fand ich, dass er zu Anlässen mitkommen soll, weil er doch mein Mann ist, bis ich gemerkt habe, dass ich alleine viel mehr Spass habe, als mit brummigem Mann im Schlepptau. Dies fanden einige anfänglich seltsam, mussten dann aber eingestehen, dass das die klarste und ehrlichste Lösung für alle ist.

Wie bereits am Anfang dieses Gesprächs gesagt: Auf sich selbst hören und nur das machen, was einem selbst gut tut, hat einen positiven Einfluss auf dein ganzes Umfeld. So schliesst sich der Kreis. : )

Das Video zu unserer Konversation kannst du hier schauen:

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