Busfahren in Japan

​Sumimasen – Äxgüsi, aber Busfahren kann nun sicher keinen Artikel wert sein? Das schaff ich auch ohne Tipps! Klar! Aber Busfahren birgt ohne Insiderinformationen einige Überraschungen und lässt Fragezeichen aufpoppen. Wo kauf ich mein Ticket? Im Wartehäuschen hat's keinen Automaten. Im Bus auch nicht. Bezahlt wird für Einzelfahrten beim Aussteigen beim Chauffeur vorne. Ist das nicht umständlich? Je nachdem, wie viele Menschen im Bus sind, schon, aber mit japanischer Disziplin und Rücksichtnahme ist diese Übung kein Problem.

​Schön Ordnung halten

​​Um die Ordnung einzuhalten, wird immer bei der hinteren Türe eingestiegen, die mit 入口- iriguchi (irigutschi) angeschrieben ist. Die Zeichen bedeuten hinein und Mund. Der Mund, um hineinzugehen ist der Eingang, der Mund zum Rausgehen 出口 – deguchi (degutschi). Vor dem Einsteigen stehst du ganz brav in die Einerreihe.

Sogar bei nur zwei oder drei weiteren auf den Bus Wartenden lässt man der ersten Person den Vortritt und steigt schön der Reihe nach ein. Bei Bahnhöfen sieht das superlustig aus, vor allem frühmorgens, wenn bei jeder Bushaltestelle eine lange Schlange steht und der Bus noch nicht eingefahren ist. Drängeln? Fehlanzeige. Ich glaube, es gibt kein geduldigeres Volk als die JapanerInnen, was das Warten in schönen Einerkolonnen betrifft.

​Taxi kann günstiger sein

​Der Preis für die Fahrt steht vorne beim Fahrer / der Fahrerin auf einem Schild. 大人sind die Zeichen für gross und Mensch = Erwachsene. 子供 in Kanji oder こども in Hiragana bedeutet Kodomo = Kind. Kinder von 6 bis 12 fahren günstiger. Ist das Kind jünger als 6-jährig, ist die Fahrt in Begleitung gratis.

In einer Stadt gilt meistens für die gesamte Strecke derselbe Preis. Wer von der Starthaltestelle bis zur Endhaltestelle fährt, hat gewonnen, wer nur kurz rein- und wieder raushüpft, bezahlt am meisten. Wer zu viert unterwegs ist, macht je nach Strecke mit dem Taxi den besseren Deal. ​Wie das Taxi fahren in Japan funkioniert? Das erkläre ich dir hier.

«Ich biege jetzt rechts ab»

Und bei diesem Bus mit der Nummerntafel mit leuchtenden Preisen drauf? Das funktioniert wie das Leiterlispiel. Beim Einsteigen zieht man sich die Nummer aus dem Automaten, welche für diese Haltestelle festgelegt ist. Die Zahl, welche bei dieser Nummer steht und mit längerer Fahrdauer immer höher wird, ist dein Preis, den du für deine Busfahrt bezahlst.

Was für uns ungewohnt ist, sind die ständigen Durchsagen im Bus. Zum Beispiel spricht der Fahrer ins Mikrofon «migi ni magarimasu», «hidari ni magarimasu» dazu leuchtet jeweils eine Tafel mit japanischen Zeichen auf. 右 – migi bedeutet rechts, 左 – hidari links. Ich biege rechts/links ab, ist die Vorwarnung vor jeder markanten Kurve, damit alle Fahrpassagiere sich darauf vorbereiten können. Bei fast jeder Haltestelle, an der viele Menschen aussteigen, sagt der Fahrer: «O wasuremono nai you shite kudasai.» (owasuremono = ehrenwerte Vergessens-Dinge) Bitte vergessen Sie nichts!

Prägst du dir diese paar Wörter ein, wirst du deine total normale profane Busfahrt in Japan ganz sicher mit einem Lächeln geniessen!

Mata ne! Bis bald, Ronja

PS: Hast du den JR-Railpass? Da ist ein riesiges Busnetz inklusive, welches zwischen Städten, aber auch in den Städten die hintersten Winkel miteinander verbindet. Sitzplatzreservationen können da ein guter Trick sein, vor allem auf beliebten Strecken. Hier gelten dieselben Regeln: Anstehen, einsteigen und beim Aussteigen zeigst du einfach deinen Railpass statt des Tickets.

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