Kyoto-Eki – hypermodern trifft auf Tradition

​Wie überall in Japan steht auch am Kyoto-Eki – dem Hauptbahnhof der japanischen Metropole – hypermodern neben alt und traditionell. Diese nonchalante Mischung ist für uns gewöhnungsbedürftig. In den Schweizer Städten sind die Altstadtbereiche meist klar abgegrenzt und bis ins kleinste Detail herausgeputzt. Hier steht der Tempel neben dem Hochhaus und der Schrein inmitten einer Shoppingpassage ist Normalität.

Steht man in der von Hiroshi Hara gestalteten Haupthalle und lässt den Blick schweifen, fällt die geometrisch gestaltete und doch organisch geformte Glasdachkonstruktion auf. Die unzähligen Rolltreppen leuchten im Sonnenlicht und sollen bewusst aussehen wie ein Wasserfall, der die Treppen hinunterfliesst. Nur aus einem bestimmten Winkel sieht man, dass LED-Lampen Texte auf die schräge Fläche zaubern können, etwa ein «Welcome in Kyoto». Oder die ganze Treppe leuchtet in Regenbogenfarben. Auf solche Tech-Geek-Details stehen die JapanerInnen!

Eine grosszügige Dachterrasse verleiht einen sensationellen Ausblick auf Kyoto. In der Ferne am Berg oben sieht man Sehenswürdigkeiten wie zum Beispiel den berühmten Tempel Kiyomizudera. Gerade unmittelbar neben dem Bahnhof kann man in die Wohnquartiere reinschauen und sich das Alltagsleben vorstellen. 

Ricola und Migros-Konfi

In den bahnhofseigenen Einkaufszentren gilt die Regel: Es gibt nichts, was es nicht gibt. Man kann alles kaufen und von jedem Produkt gibts noch die Japan-Edition oder eine Spezialausgabe. Mit dem Schweizer Franken in der Tasche lässt es sich ausgiebig shoppen. Die Preise sind im Schweizer Vergleich sehr tief. Nur Ricola oder die Erdbeerkonfitüre von Migros kosten wohl in Kyoto mehr als in unseren Supermärkten. Erhältlich sind sie im Spezialitätenladen im Einkaufslabyrinth.

Der Zugbetrieb ist fast Nebensache in diesem Gebäude. Kyoto ist aber ein wichtiger Knotenpunkt für die Shinkansen-Linien und für diverse lokale Bahnen wie zum Beispiel die Kintetsu-Line. Diese private Bahn fährt nach Nara und ist darum für Touristen eine beliebte Verbindung.

Wer auf den Shinkansen will, muss zuerst durchs Station-Gate für die normalen Züge gehen und dann nochmals durch eine Schleuse, um in den separaten Shinkansenbereich zu gelangen. Dort gibts ganz viele Bento-Boxen zu kaufen, damit man für eine lange Zugreise in den Süden oder Norden kulinarisch versorgt ist.
Der lokale Zugbetrieb erinnert an die Schweizer S-Bahnen und wird von allen Pendlern genutzt. In der Rushhour sind die Züge extrem voll und daher wenn möglich zu vermeiden.

Wer in Kyoto übernachtet, kann in maximal 30 Minuten nach Osaka fahren. Nur bietet Kyoto so viele Sehenswürdigkeiten, dass es einem da sicher nicht langweilig wird. Der Bahnhof selber könnte einen locker ein paar Tage beschäftigen, wollte man jeden Laden auskundschaften oder jedes Restaurant ausprobieren. 

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  • Lucy sagt:

    Hallo Ronja,
    auch ich war dort am Bahnhof, fasziniert von der Architektur und viele Fotos geschossen! I miss Japan!!!

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