Gamecenter in Japan

Wage ich es, mich über die laute, schrille Scheinwelt der Gamecenter lustig zu machen, ist die Antwort von Herr Sakata: «IHR müsst am Sonntag spazieren gehen, weil ihr eben KEINE Gamecenter habt!» 

Wer an einem Regentag in Japan ein Indoor-Vergnügen sucht, das für viel Spass und Abwechslung sorgt, der findet sicher ein Gamecenter in der Nähe. Einfach «Kono chikaku ni wa geemusentaa ga arimasuka?» sagen - Hat es hier in der Nähe ein Gamecenter? – und schon kann's losgehen.

In Takatsuki, Osaka steht ein Round 1-Tempel. Der Wandtext im Eingangsbereich lässt einem schon das Beste vermuten. Wer im Video auf Pause drückt und sich Zeit nimmt, um das superlustige Japan-Englisch zu geniessen, kann sich extra freuen.

Die unterste Etage ist ohne Eintritt zugänglich, da bezahlt man pro Spiel, oder kann sich stundenlang an einen Pachinko-Spielautomat setzen. Ich habe nie verstanden, wie dieses monotone Stahlkugeln-fallen-runter, der Screen macht dazu irgendwas und auf der Seite lässt man die 10’000-Yen-Noten (ca. 100CHF) verschwinden, lustig sein kann. Banausige Erklärung? Klar.

​Wir lassen Pachinko links liegen und bezahlen eine Flatrate für den ganzen Abend. Ein Spezialaktionspreis für unter der Woche. Oben angekommen sehen wir einen grossen Raum mit Billiard-Tischen. Die sind noch nicht die grosse Überraschung. Die riesige Inlineskate-Bahn mit hunderten von Schuhen in den Regalen liegt verlassen da, aber bei den bei den Computer-Games tanzt der Bär. Es kann geboxt, getanzt, geschossen, getrommelt und gefahren werden. Oder wie wäre es mit Bullriding? Die Helme liegen bereit. Soviel Stierreiten trainieren, wie man will. Die Musik ist laut und aus jeden Ecken scheint eine andere Musikart zu dröhnen.

Beim verdunkelten Fischtank liegen Köder, Fischerruten und Netze bereit. Ob das tierfreundlich ist, muss man nicht diskutieren. Gegessen werden die Fische hier auf jeden Fall nicht. So einfach, wie es aussieht einen dieser Tiere zu fangen ist es nicht. Ken, der sonst auf dem Zürisee Eglis fischt, konnte sein Fischerstolz beweisen.

Wir sind wie Kinder und spicken von der einen zur anderen Aktivität. Mika, unsere kleine Tochter will natürlich in den richtigen Kinderbereich. Ein Netzkäfig mit 6 grossen Ventilatoren und unzähligen Riesenballons drin, sticht einem ins Auge. Die schwebenden Kugeln und die Kinder, welche dazwischen herumflitzen sehen schon fast poetisch aus in diesem Krach.

Neben der Kinderabteilung hat es ein Zimmer mit 20 Massagesesseln und einem Regal mit Comicbüchern. Die Fernbedienungen der Sessel auf Japanisch sind eine lustige Herausforderung. Mikas Lieblingsgerät ist aber eine Ballmaschine, die alle auf eine Platte gelegten Bälle per Knopfdruck oben durch eine Röhre rauskatapultiert. Wer kleine Kinder hat, weiss mit was für einem Durchhaltewillen ein solcher Spass wiederholt werden kann.

Völlig überdreht sind wir wieder in die Realität rausgekommen. Mein Gamecenterbedarf ist gedeckt und Mika spricht seit diesem Abend jeden Tag davon, wann wir denn wieder in Japan dorthingehen können. Jetzt bin ich gespannt, ob diese Aktivität in deinen Japanferien auf deine Todo-Liste kommt : ).

Sharing is caring
>