Als Schlusspunkt zum Thema baden im Rykokan gibt’s einen Reisetipp in den Bergen Naganos. Shibu Onsen ist ein schmuckes, fotogenes Örtchen. Auf der Strasse hat es gedeckte Fuss-Bad-Pools, wo man seine Füsse im heissen Quellwasser aufwärmen kann. Und wieso liegen da am Strassenrand Eier in heissen Brunnen mit einem Geldtopf daneben? Das sind Onsentamago. Tamago bedeutet Ei und wenn es stundenlang im heissen Wasser liegt wird es sanft gekocht, ist aber immer noch flüssig. Für ein paar Yen gibts so ein Ei als Stärkung zu kaufen.

Für Mangafans und solche die Chihiro’s Reise ins Zauberland lieben, bietet Shibu Onsen ein Zückerli: In der Hauptgasse, gesäumt von all den schönen alten Holzhäusern erkennt man das Gebäude aus dem Film sofort. Miyazaki habe sich in dieses Haus verliebt, so dass er es praktisch 1 zu 1 abgezeichnet hat für den Chihirofilm.

Wenn man selber in Winterjacken gehüllt durch den Ort spaziert, sieht man überraschenderweise immer wieder Menschen in Yukata’s gekleidet. An den nackten Füssen tragen sie Gettas, die klassischen Holzschuhe, die aussehen wie Flipflops auf Stelzen. Kalt scheint es ihnen aber nicht zu sein. Diese Yukata-Gestalten sind nämlich aufgeheizt vom letzten heissen Bad und hüpfen gleich ins nächste Onsen. Sie sind auf einem «Rundlauf», welcher sich über 9 verschiedene Bäder in verschiedenen Hotels erstreckt. Nur im 9. Onsen darf man auch als Tagestourist/in baden, darum lohnt es sich eine Nacht in einem Ryokan zu buchen, um diesen Spass zu geniessen.

Ein Highlight ist der berühmte Jigokudani Yaen Koen, der Schneeaffenpark ganz in der Nähe. Per Auto, Bus oder per Hotelshuttle geht’s zum Taleingang. Der ca. 15min lange Spaziergang durch den Wald braucht gute Schuhe, vorallem wenn auch im Frühling noch Schnee liegt. Je weiter hinten ins Tal man kommt, desto urchiger wird es und nach einem Kassenhäuschen mit kleinem Restaurant (Eintritt 500 Yen=ca. 5CHF), steht man schon fast mitten in den spielenden, herumtollenden und badenden Affen.Es ist eindrücklich, wie einem die Affenbande ignoriert. Sie behandeln die Menschen wie Luft und sind darum umso spannender zu beobachten. Es ist streng verboten sie anzufassen und zu füttern und weil das eingehalten wird, sind sie so wild & natürlich, wie sie noch sein können, trotz den vielen Besuchern.

Die bekannten Fotos der Affen in der Quelle mit eisverkrusteten Haaren, kann man bis im Februar je nach Wetter aufnehmen. Danach scheint auch in Nagano die Sonne wieder stärker. Als wir die Affen Ende März besuchten, haben einige gebadet, einfach weils schön ist im heissen Wasser. Überlebenswichtig ist es für sie aber nur bei ganz tiefen Minustemperaturen. Die Anweisung den Affen nicht in die Augen zu schauen, haben wir mit viel Spass eingehalten. Mika hat mit Ken geübt immer sofort wegzuschauen, wenn ein Affe sie fixieren würde.

Shibu Onsen ist der ideale Ort, um sich von der Hektik Tokyos zu erholen oder aber auch als Tagesausflug von der Hauptstadt. Es gäbe noch viel mehr zu sehen und entdecken, wie die vielen kleinen Schreine oberhalb des Ortes.

Diese super Übersichtskarte kannst du downloaden. Du siehst darauf auch alle Bahnhöfe und Busstationen, die du auswählen kannst für deine Anreise. Genaue Zug & Busdetails liefere ich dir noch nach!

Erzählst du mir, wenn du auch dorthin reist? Ich würde mich riesig freuen von deinen Reiseerlebnissen zu hören!

Hast du das Kurzvideo auf 20min noch nicht gesehen? Hier hab ich noch als Schlussbouquet 30sekunden Live-Affen-Video für dich zusammengeschnitten. : ) Viel Spass

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