Im Onsen die totale Entspannung geniessen

Ryokan und Onsen. Sind dir diese Wörter geläufig? Ryokan ist das traditionelle Hotel in Japan, wo du auf den Tatamimatten aus Reisstroh schläfst. Da erlebst du die richtige japanische Gastfreundschaft. Das heisse Bad (Onsen) ist der Schwerpunkt in diesem Artikel und im Nächsten gehen wir dann das unglaublich gute Essen, das Kaiseki-Ryouri im Ryokan geniessen.

Deine Schuhe ziehst du gleich beim Eingangsbereich aus. Das ist auch in vielen Restaurants oder im Tempel, Schrein oder Schloss so. Darum hast du extra Socken an, die zusammenpassen und sicher keine Löcher haben. Die JapanerInnen finden das unglaublich witzig, dass wir auf sowas aufmerksam machen müssen.

Die Pantoffeln heissen Suripaas – Slippers (=Hausschuhe) und darin bewegst du dich die ganze Zeit. Ausser auf den Tatamimatten. Da darfst du nur barfuss oder in Socken draufstehen. Wenn du das einhältst hast du schon die allerwichtigste Regel intus und dir kann (fast) nichts mehr passieren.

In deinem Zimmer hat es gar kein Bett? Nur einen Tisch in der Mitte mit Kissen oder so lustigen Stühlen, wie auf dem Foto. Dein Futon wird später, nach dem Abendessen, wie von Zauberhand bereitliegen.

Mach es dir gemütlich am Tisch und bereite dir eine Tasse Grün-Tee zu. Zucker hats keinen im Teeset dabei. Das wäre einen Fauxpas, wie wenn du Sojasauce über den weissen Reis leeren würdest.

Und jetzt? Baden!

Um in’s Onsen zu gehen liegt die Yukata im Zimmer bereit. Für den guten Eindruck schlägst du die linke Seite des Mantels über die Rechte, bevor du den Gurt schnürst. Darunter trägst du je nach Jahreszeit von Nichts bis Skiunterwäsche. Die Temperaturen im Winter sind selbst im Hotel überraschend tief für uns Zentralheizung verwöhnte Menschen. Mit «Ofuro wa doko desuka?» kannst du fragen, wo sich das Bad befindet. Das Zeichen 女 bedeutet Frau, 男 Mann. Onsen-Bäder sind Nacktbereiche und nach Geschlecht getrennt. Da kommts nicht gut an, wenn du aus Versehen beim falschen Vorhang reingehst.

Im Bad drin stehen riesige Shampoflaschen bei den Duschstationen. Du setzt dich auf das Schemeli, (Aufrecht stehen ist unhöflich), und dann geht das Geplansche und Geschaume los (ich weiss, im Sitzen ist das nicht ganz einfach) Erst wenn du sauber bist wie noch nie, darfst du ins kochend heisse Bad. Gleitest du langsam ins Wasser ohne dich danach zu bewegen, entsteht ein isolierender Luftblasenteppich auf deiner Haut. Entspanne dich und lass die Hitze bis zu den Knochen wirken. Wenn es dir, wie mir nach 5-10min definitiv zu heiss wird, darfst du auch ein bisschen an den Rand des Beckens sitzen. Und was hat es mit dem weissen Tuch auf sich? Das liegt im Zimmer, oder im Bad für dich bereit und ist da, um dir den Rücken zu schrubben. Gut ausgewaschen darf es trotzdem nicht ins heisse Wasser! Darum binden es sich die Männer meistens wie ein Stirnband um, die Ladies legen es sich schön zusammengefaltet auf den Kopf. Das sieht lustig aus. Mach doch mit. Weisch, Zugehörigkeitsgefühl steigern.

Tattoos sind in den Onsenbäder tabu. Falls du ganzkörperbemalt bist, musst du dir ein Privatbad-Zimmer leisten. Für kleinere Bilder gibt’s medizinale Pflaster, die auch das heisse Wasser überstehen. Willst du den Ruf der AusländerInnen in Japan wahren, dann halte dich an diese Regel. Arigatou – Danke!

Nach dem Baden duschst du dich bizzli ab und schlüpfst wieder gekonnt in die Yukata und im nächsten Beitrag geht der Spass mit dem unglaublich sensationell feinen Essen los! Mata kondo – bis zum nächsten Mal!

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